Archiv für den Monat April 2016

lesebühne FÜRWORT 03/16

der frühling hatte seit einer woche in berlin einzug gehalten. die leute treibt es tagsüber in die parks und abends in  lesecafé’s wie das naumanndrei.

so hatten die veranstalter (matthias rische, jo lenz & michael messer) noch etwas zu tun, zusätzliche plätze in dem schon vollem cafe zu organisieren. nachdem auch jeder gast sein getränk hatte, ging es leicht verspätet mit gesang vom angekündigten liedermacher tom van orten los. dabei erinnerte tom mit seinem titel „ulf“ an ulf henrich, der hier auch schon mit seinen darbietungen brillierte. das publikum wurde einbezogen und „ulfte „hervorragend mit. tom’s repertoire ist vielgestaltig…und macht auch vor dem gesang der regenwürmer nicht halt. am besten, man schaut mal auf seine website, um sich einen ersten eindruck zu verschaffen.

die eigentliche lesung wurde von matthias rische eröffnet und widmete sich dem thema einsamkeit mit dem text „die erste stunde“.  michael messer folgte mit dem text „indianer“ einer kindlichen perspektive und die dritte im bunde der veranstalter, jo lenz debütierte mit dem text „im rausch verirrt“.

anika pfahl

anika pfahl (oben) und cathie janetzki sorgten dafür, dass das publikum neue autorenstimmen hören konnte. beide auf ihre art, sehr überzeugend. anika pfahl verzichtete sogar noch auf die rettenden seiten und trug ihren text frei vor – chapeau.

 

mit fünf liedern von tom und zehn anspruchsvollen autorenbeiträgen war das aufmerksamkeitpotential der lange freundlich applaudierenden gäste ausgereizt. es wurde alle anwesenden versprochen, dass die veranstaltung FÜRWORT am 28. april um 19.30 uhr im cafe  naumnndrei in bester qualität fortgesetzt wird.

 

 

 

 

 

Advertisements

cover 33

allein, dass man die 33. gunderman-cover-band ist, würde gundi gefallen, so wie john lennon, oasis.

aber, er hat sich ja was gedacht auf seinen bagger t 1417. der singende baggerfahrer gerhard rüdiger gundermann, als der er nie gesehen werden wollte. gundi wollte nicht nur die lausitz aufrollen.  soviel wert wie möglich, wollte er mitnehmen. nachts auf’m bagger kannste nicht fotografieren. aber schreiben, aufschreiben, singen…denke ich mir.

wahrscheinlich haben die ketten gern in h-moll gekreischt. er kommt gern auf diesen akkord zurück. seine bilder, die er in das land wirft, zaubern mit ihrer poesie. sie erzählen von alten lustvollen weigern, von aktentaschen und frühstückstafeln. von brigadekassen und kahnfahrten. von fernen ländern und kaputten fahrrädern. von ein einem land, das mit ihm gemeinsam unterging…weil er vielleicht der letzte war, der die kindererinnerung hatte, in dem das untergegangene land gern erinnert werden wollte. es waren die geschichten über das nicht bezahlbare, über ein leben das stattfindet ohne kohle, weil …den ganzen tag kohle baggern reicht.

wenn der sommer im juni kommt, wird gundi zum 18. mal auf seiner wolke vorbeisegeln und schauen, was wir mit seinen musikgespinnsten so anfangen. und tatsächlich begreifen wir …langsam, dass der mann der so gern den tod besungen hat, ein erbe hinterliess.