Archiv für den Monat Januar 2016

lesebühnennachlese 11/15

es wurde dolle weihnachtlich im lesecafé naumanndrei am letzten novemberdonnerstag. wie es sich an weihnachten gehört, wurden märchen vorgelesen. nun die ganz kleinen waren schon im bett und die grossen amüsierten sich an den märchenmordgeschichten des vortragsduos janku/danielzick. Juliana janku kommt aus albanien und hat durch ihre grossmütter eine beziehung zu märchen in die wiege gelegt bekommen. freundlicherweise hilft ute danielzick (noch) beim märchenvortrag aus. genausogern und gut hätte sie gesungen. textauszug märchenbartloser.

eröffnet wurde der leseabend traditionell musikalisch, diesmal vom frontmann der band thetruthberlin, fabian. (video vom opener song). fabian singt seine songs konsequent englisch, the truht in berlin. die veröffentlichte cd der band heisst „riverbank sessions“, zum nachhören.

die erste story des veranstaltenden lesebühnenteams trug matthias vor: „der mann der die tauben aufzog“. (video textauszug) . ein wunderbare story mit einem wundersamen ende.

applaus – und gleich wieder der druckvolle sound von fabian (video song 2).

wieder zeit für etwas mehr weihnachtsstimmung: die kam mit jo lenz und ihrem prolog zu „zwei engel für den geist der weihnacht“.  weitere kapitel sind in einem kleinen buch, nikolausgeschenktauglich, verlegt.

michael messer, der zweite mann vom veranstalterteam der lesebühne, stellte mit seiner shortstory klar, was ein theoretiker ist. nina bodenlosz erinnerte mit ihren vortrag an die zeit vor dem sommer… und mit song 3 von fabian ging es auch schon in die „hutrumgehpause“.

“ all the way back in to the night“ singt fabian zu beginn des zweiten teils der lesebühne. michael messer stellt mit einem weiteren text ’n genervten buchverleger vor. mattthias bespricht die dame im schaukelstuhl…aus der sicht eines museumswärters.
kurzer song von fabian und schon kommt eine misteriöse ladies night (nina bodenlosz). ein paar schneewehen noch (jo Lenz) und ganz zum schluss nochmal ein märchen  (janke/danielzick) und schon war das vorweihnachtliche lesebühnenspektakel vorbei.

…allerdings nicht ohne die hinweise auf die erste lesebühne in 2016 am donnerstag den 28.01.2016 um 19.30 uhr im naumanndrei, berlin-schöneberg.

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*die rechte aller texte liegen bei den jeweiligen vortragenden autoren. im video handelt es sich um auszüge. die rechte der songs liegen bei fabian langner. veranstalter: lesebühne FÜR_WORT 11/2015.
(bild: f. wallnuss / frank.wallnuss@outlook.com)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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haase und bär…

ist so korrekt geschrieben. christian haase erzählt im laufe seines solokonzerts (hier in ffo am 23.01. 2016, foto) die grausame geschichte von einem bären und einem tapferen hasen der es aber wagt, die entscheidende frage zu stellen. diese kurzen geschichten sind teil seines soloprogramms, dass trotz einer zweieinhalbstundendauer keine minute überlänge hat. immer wieder baut er spannung auf, auch bei den zugaben. wunderbar hier, die homage an seine geburtsstadt leipzig.

christian haase ist ein bekannter name unter den jüngeren deutschen liedermachern. zum glück gibt es immer wieder leute, die ihre umgebung genau genug aufnehmen, um sie musikalisch spiegeln zu können. christian besingt das was ihm zwischen leipzig, berlin und sizilien widerfahren ist. er lässt sich von alten 92-jährigen damen im spreewald genauso inspirieren (könnte, ist das schlimmere nie)  wie von streitenden ehepaaren auf den balkonen in berlin-britz. das ganze wird in poesie übesetzt wie hier im lied von der weissen wolke carolin. christian kann poetisch & politisch. das letztere ohne zu agitieren. hier wird er besonders konkret, wenn er als frontmann der „seilschaft“ gundermannsongs präsentiert. längst hat er auch das format eines gundermann erreicht und schafft es, ein publikum mit seinen liedern in den bann zu ziehen. dabei bleibt er immer höflich.

aber egal in welcher formation, er überzeugt mit seinem auftritt.

geht mal in ein christian-haase-konzert, eure ohren werden es euch danken.

 

 

der kleine bruder singt…

…und wie er singt. und sein grosser bruder lässt ihn hängen; bei einem aufnahmeritual in einem englisches collage. er wird brutal getauft, wie alle bisher. und das er schön singen kann, rettet ihn am wenigsten vor der brutalität der eifernden burschengemeinschaft.

diese szene entstammt dem film „furyo – merry christmas mr. lawrence“ mit david bowie in einer hauptrolle, erschienen 1983. eigentlich geht es um die widrigkeiten für britische soldaten in einem japanischen kriegsgefangenenlanger 1942. es gibt eine rückblende die erzählt, wie der gefangene major (david bowie) seinen kleineren bruder, während einer art burschenschaftstaufe, auf sich gestellt lässt; obwohl er helfen könnte…als grösserer bruder.

der kleine bruder soll während des rituals sagen, was er am besten kann. er kann singen. er soll singen.
der kleine singt sich seine seele aus dem leib. es rettet ihn nicht. danach sang er nie wieder.

diese kleine nebengeschichte der rückblende macht den film für mich besonders wertvoll; sie erinnert an menschlichkeit und kunstverständnis zugleich.

(gesehen auf arte, 12.01.2016, remember david bowie)

Lebenslauf, zitiert…

aus gerhard rüdiger gundermann, selbst angefertigter lebenslauf,

„stand februar 1996:

1955 geboren in weimar

1971  aufnahme in den schulsingeclub, übung der begleitung zu „house in  new orleans“, einsatz als rettungsschwimmer im waldbad wittichenau.

1972 erste eigene lieder, übung der begleitung zu „house in new orleans“, einsatz als retuungsschwimmer im waldbad wittichenau.

 

2003 (1998*) ende des lebenslaufs.“

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1998* gundermann starb in der nacht vom 21. auf den 22.juni 1998. er hat sich im lebenslauf um fünf jahre vertan. zu ersehen sind schon früh zwei dinge:

er hat sich um die rettung von menschen und liedern bemüht.