hausvertrauensmann

nannte sich der mann im mietshaus, dem meine freundin am wenigsten vertraute. er führte das „hausbuch“. hier hatte sich jeder besucher, der über nacht beim mieter bleiben wollte, einzutragen oder eintragen zu lassen. ich selbst, habe mich nie daran gehalten und kommen, gehen, schlafen lassen, wer wollte…in meiner wohnung.

im wohnhaus der freundin, mit je acht mietern pro eingang, die auch geschlossen zur volkskammerwahl gingen, war das anders. regelmässig bekam sie stress, wenn ich die nacht bei ihr verbrachte. selbst wenn ich dass auto zwei kilometer weiter parkte, wusste der hausvertrauensmann, dass ich da war… und mich noch nicht eingetragen hatte.

als er dann endlich raus bekam, dass ich beim konsum arbeitete, fragte er, ganz so nebenbei, ob ich denn nicht mal „gelbe ware“ (bananen) für ihn besorgen könnte. sie haben jetzt eine enkeltochter und da will man doch, dass sie gesund ..ich wisse doch, eine hand wäscht …usw.

es kostete mich überwindung diese gelbe ware, die noch verdammt grün war, für ihn zu besorgen. aber ins hausbuch musste ich mich nicht mehr eintragen, nie mehr – ich gehörte jetzt dazu.

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