bob dylan, also…

…wieder in berlin und mittlerweile auch in leipzig. seine auftritte sorgen regelmässig für ausverkaufte konzerte. und in der tat, dieser mann bietet seinem publikum was. nicht eine schmalzige komplizenschaft, welche durch „berlin, i love you“, herzustellen wäre. nein, er sagt gar nichts. er beginnt sofort darüber zu singen, dass sich dinge verändert haben. und aus einem mir sehr angenehmen grund erzählt er seit 50 jahren über eine künstlerin, der man an halloween eine trompete geben sollte und zu weihnachten eine trommel. das singt er so gekonnt neben der ursprungsversion, dass es fasst schon ein neuer song ist. und dass ist  der grund, warum man auf dylankonzerte gehen sollte. selbst die scheinbare gleichförmigkeit der setliste, vergisst du sofort, wenn du die, jedesmal andere interpretation, eigentlich bekannter songs hörst. am schluss dieses konzertes war es „blowing in the wind“. ich habe den halben song benötigt, um es zu erkennen. das ganze findet in einem musikalisch perfekten rahmen einer elitären begleitband statt. kein musiker wird vorgestellt. einmal, für drei sekunden am schluss, verneigen sich alle vor dem publikum. spot aus – abgang.

brav habe ich meine kamera bei der einlasskontrolle abgegeben. und sie auch gesund wieder bekommen. das war hilfreich. so konnte ich mich tatsächlich voll und ganz auf das konzert im berliner tempodrom (14.10.2015) konzentrieren. bob dylan hat keine schöne stimme, aber eine – mittlerweile –  sehr erfahrene, mit der er sich an interpretationen von sinatra oder yves montand heranwagte…und gewann. das musikalische gerüst wird sicher von der band getragen. dazwichen, zwischen den noten, singt, haucht, näselt, krächzt, schmalzt und schneidet ein bob dylan mit einer bravour die eine bravo zwischendurch erlaubt. und diese zwischenrufe waren öfter zu hören. das vernahm der barde. und es tat ihm gut. auch wenn am zweiten tag dieser konzertfolge das haus nicht vollständig ausverkauft war. bob dylan ist 74 jahre und entwickelt sich immer noch. ich gönnen noch vielen nach mir dieses unvergessliche erlebnis.

auf der straße kullerten ein paar rollende steine direkt in richtung heim. ein strassenmusiker wies den weg.

reszensionen zu diesem konzert: morgenpost   tagesspiegel   leipziger volkszeitung

setlist: (oktober 2015)

  1. things have changed
  2. she belongs to me
  3. the night we called it a day
  4. duquesne whistle
  5. what i’ll do
  6. pay in blood
  7. i’m fool to want you
  8. all or nothing at all
  9. long and wasted years
  10. scarlet town
  11. antum’n leaves
  12. blowing in the wind
  13. love sick

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