ansichtssache g.

ansichtssache g. ist ansichtssache golzow, ein vorheriger blogbeitrag wies hin auf das thema golzow, eigentlich geht es dabei weniger um den ort, dessen charme mittelprächtig ist, als vielmehr um eine langzeitbeobachtung deren poesie wie ein dornröschenschloss in alternden filmbüchsen dahindarbt.

jede zeit hatte auch, neben ihren stürmen, ihre poesie. etwas besonderes, was nur sie hervorbrachte in diesen umständen. ein teil dieser poesie ist für mich unbedingt diese flache ackerlandschaft die von der oder  und ihren altarmen durchflossen wird. genug wasser um die gemüsefelder bunt sein zu lassen. aber zunehmend ist es der mais, der das landschaftsbild beherrscht. ich vermute, die sorte mais, die gegen alle sorten wasser gewaschen ist. was sollen die (restlichen) bauern machen. sie leben davon, was nachgefragt wird. und das scheint im moment der mais zu sein.

das biogemüse für das nahe berlin wird derweil noch aus den etwas entfernter liegenden spreewaldregion herangekarrt. will sagen: mit etwas organisatorischem geschickt, wäre es durchaus möglich, statt genmais, biologisch erzeugte gemüse – direkt vor den toren der hauptstadt (wieder) anzubauen. zum ökogedankten gehört auch immer der kurze weg. der scheint mir zwischenzeitlich zwischen all den biolabeln verschwunden zu sein.

gewächshäuser in golzow

zwischenzeitlich, wurde zum 3.3.2015 die gärtnerei als großbetriebe in golzow geschlossen.

link

das aber nur eine nebenbemerkung zu einem größeren thema – die langzeitbeobachtung. winfried junge stellte gemeinsam mit seiner frau auf der leipziger buchmesse sein letztes buch zu seinem letzten abschliessenden film vor. die frage, ob es noch irgendwie öffentlichkeitswirksam mit neuen filmen weiter gehen wird, wurde verneint. auch unendliche geschichten finden ihr ende.

nun handelt es sich bei dieser golzowgeschichte um das lebenswerk eines verdienten defa-dokumentarfilmerpaares. so eine paarung an sich ist selten. ausser der dokufilmerin eleanor copolla fällt mit ad hock keine weitere frau ein, die ihrem mann so künstlerisch nahe stand, wie diese barbara junge beim  langzeitfilmprojekt. und hier geht es zum eigentlichen thema. die beiden waren ein team, dass auch nach drehschlusss weiter an der sache dran war, überlegte, plante, entwarf. die fragen, die zu fragen waren anders stellte, anders entwarf. sie filmten unbewusst den untergang eines landes das keine fragen mehr hatte.

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s