Archiv für den Monat Januar 2015

der angehängte wagen

dieses bild trifft es ganz gut: ein angehängter wagen. der angehängte wagen macht jetzt probleme. die leute in diesem wagen finden, er hätte zu viel fahrt. sie bemühen sich ins bremserhäuschen. erst einzeln, dann immer mehr. sie wollen den zug stoppen. sie meinen, es sässen zu viele blinde passagiere im angehängten wagen. der angehängte wagen soll bitte nicht so viel blinde passagiere haben, wie die anderen wagen des zuges, in denen es drunter und drüber geht, wie man so hört.

nein, der angehängte wagen, möchte jetzt bitte an einem anderen zug hängen. der schaffner verlangt die fahrausweise und stellt fest, dass die passagiere dieses wagens in die falsche richtung eingestiegen sind. sie müssen am nächsten bahnhof bitte alle aussteigen…und auf ihren zug warten.

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die rorte musima

lag dort in der auslage, im hinterhof der zupfinstrumentenreparatur liesegang. neben geigen, mandolinen, einem weltmeister akkordeon diese verführerische musima halbresonanzgitarre mit zwei tonabnehmern und wimmerhaken. ich war in dem schüleralter indem es unausweichlich ist, eine band gründen zu wollen und keine ahnung von musiktheorie zu haben, schulklasse neun. das instrument was ich spielen wollte, in das ich mich quasi verliebte, musste ich erobern. nun schlich ich ja nicht allein um die auslage des musikladens rum, sondern immer mehr gleichgesinnte blieben an der auslage stehen. das problem: es gab nur dieses eine ausgestellte stück für stolze 380 mark, wenn die weg wäre, würde sie eben für lange zeit weg sein. ja man soll eben immer wieder mal nachfragen und nein billiger als 380 mark geht wirklich nicht…ist schon 1:1 umgerechnet, sagte herr liesegang mit seiner leimschürze vorm auch. und er denkt, sie wird nicht mehr lange so schön daliegen. und dann, eines abends in dieser heißen phase, ermöglichte mir mein vater, leicht angeheitert, aus einer grosszügigen geste heraus, die verwendung einer extraprämie in höhe von vollen vierhundert mark. er wusste nichts von meinen träumen, hatte aber nichts dagegen, dass ich am nächsten tag nageln mit köpfen machte. die vierhundert märker reichten für die gitarre, eine segeltuchhülle dazu und eine anfängerschule von ursula peter für akustikgitarren.

die ersten wochen quälte ich mich autodidaktisch durch diese schule, begriff noten und akkorde und vor allem – es entwickelt sich hornhaut auf den fingerkuppen. im nächsten jahr stand ich mit dem instrument auf einer bühne. noch ein jahr später probte die band: its heart of stone. die erste stonesadaption. nichts da mit beatles. die haare hatten zwischenzeitlich eine länge erreicht, die zum bruch mit vater führten – eigentlich schade.

https://www.youtube.com/watch?v=UC8nqtTVAOA