Archiv für den Monat Oktober 2014

das ende vom ende

begann in einem kleinem deutschen land, das später fünf deutsche bundesländer gross sein soll,  im februar 1990. das kleine land hatte grosse geldsorgen und grosse träume. die geldsorgen meinte man, wären grösser als die kollektiven träume. überhaupt wollte keiner mehr in dem kleinen land, das später fünf bundesländer gross sein soll, was mit kollektiven zu tun haben, ausser vl. mit einer neuen kollektiven währung; zu haben nach einer letzten kollektiven wahl im monat märz.

bis dahin musste bilanz gezogen werden – eine d-mark bilanz. das war schon immer ein problem in dem land das später…, na sie wissen schon, also das mit der d-mark, war schon immer ein problem. jeder besucher aus dem grossen deutschen land, der mal in das kleine deutsche land wollte, musste zwanzig seiner guten märken gegen zwanzig weniger gute märker eintauschen. falls er aber wollte, konnte er dafür ein toll gestaltetes buch kaufen, aber das nur nebenbei. bücher braucht man ja nicht wirklich.

schwieriger war diese d-mark-bilanz für die betriebe, in denen die menschen aus dem kleinem deutschen schland das später mal…, arbeiteten. die motivation war dahin, weil ja fast jedes produkt das sie herstellten, woanders besser und billiger hergestellt wurde…oder besser schmeckte…kurz: nicht mehr marktfähig war. und die besten köpfe dieser betriebe waren eh schon verdächtig lange verreist. da hatten die in den betrieben halt pech, das ist so, wenn eine revolution durchs land zieht, oder eine andere währung im sommer den schrottreifen trabbi ein letztes mal tankt.

tanke schön.

 

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inventur

das nachzählen, des nichtverkauften, des noch vorhandenen. jahrelang wurde es durchgeschleppt, verbilligt, verschenkt…das noch vorhandene; wurde unansehnlicher fleckig gar….oder rostig. irgendwann wollte das noch vorhandene des alten kaufhauses wirklich niemand mehr: aktenkoffer aus kunstleder mit kaputten nummernschlössern, kunstpelzmäntel in pink, sakkos in edelgrau mit knöpfen in grössen von bettlaken, klassiker von mao ze tung.

an kalten tagen an den die alte schwerkraftheizung  noch lief, wurde gewartet bis der der alte heizer seinem keller für zehn raucherminuten den rücken kehrte.

dann start der geheimen kommandosache inventur:  in drei minuten war das noch vorhandene hinter der gusseisernen ofenluke verschwunden. nur die metallklumpen in der morgenasche hätten noch erzählen können, was war.

zufrieden trug der hauptbuchhalter die schwarze null  im posten des noch vorhanden ein.

kugellager

irgendwo muss es sein dieses kugellager. mit dreissig schuss los, mit neunundzwanzig zurück. kein schuss auf wache abgegeben, aber doch, einer fehlt – so’ne kacke. kann passieren, passiert öfter, nun dir. später nicht mehr, aber eben jetzt. verdammt – nun suchen sie mal. nun such mal im frischen aprilgras eine  kleine 7,65 cm patrone, nach dem regen auf einem 400-meter rundweg am rostigen wachzaun – drei tage lang, vergebens; ach ja, osterurlaub ist natürlich für trantüten wie sie, gestrichen.

am letzten abend, das entlassene diensthalbjahr trug schon zivil, wurden die öfen, der kühle wegen angefeuert. es rumste zischte, knallte wie zu silvester – selbst alte tränengasgranaten flogen in den kachelofen. und ganz am ende dieses schauspiels zerfetzte noch ein scharfer schuss die ofentür.

VERGATTERUNG!

nannte sich das bei der fahne , wenn die kleine angetretene fliegertruppe  „scharf“ gemacht wurde. die bunkerbauten der alten wehrmachtflakstellung in der lübecker bucht waren unbeschadet in die nva übernommen und um ein paar radarstationen ergänzt worden. dort gabs  ’n alten hausmeister der noch über die bomberverbände der nachtangriffe auf hamburg  erzählen konnte, ein zivilangestellter – der einzige dort. ein wachturm gab den blick auf  fährschiffe in der bucht frei. die ferngläser die wir hatten, sollten der flugzeugerkennung dienen. meistens war der himmel zugezogen. von daher überwachten wir gern auch körbchengrösse auf dem sonnendeck grosser und kleiner schiffe. manchmal war der wachturm überfüllt, bei großen körben…oder schiffen. halb in die erde gebaut, ward ein führungsbunker eingelassen, zu erkennen an einem fahnenmast. davor fand jeden morgen das ritual der vergatterung statt.

eine besonderere verantwortung wurde vom diensthabenden am radar angemahnt. am ende der ansprache rumpelte die platte mit der eislerhymne und schwatz/rot/gold mit ährenkranz wurde aufgezogen. so wie an diesem diesigen oktoberherbsttag auch. die nacht zuvor fand eines der üblich gewordenen gelage zur vorbereitung der „dienstentlassung“ der  entlassungskandidaten statt (googelt ek-bewegung). der tag war längst durch markierungen auf einem schneiderbandmass bestimmt. von dem tag an, zwei wochen vor der entlassung, war klar, dass ek’s kein flugzeug mehr erkennen werden, ja eigentlich für alle zeiten für militärfälle unbrauchbar sein werden.

das kriegsspiel mussten die jüngeren diensthalbjahre hinkriegen. die hatten mit diesem fest ihre radartaufe …stressigen zwölfstundendienst, bis die neu einzuziehenden wehrpflichtigen im dezember kamen. das stand nirgendwo geschrieben, aber so waren die ungeschriebenen regeln zwischen den diensthalbjahren..

in ostkasernen herrschte in den siebzigern jahren striktes alkoholverbot. saufen sollte man bitteschön im genehmigungspflichtigen ausgang – z,b. in der nächsten  kneipe in klütz, etwa eine stunde fussmarsch entfernt, wenn nüchtern. erwartet wurde von diesen ausgängern, dass sie zum bevorstehenden fest der „alten“ beitrugen und sie es schafften, den nötigen alkohol einzuschmuggeln. am besten war es, ihn am zaun des „objektes“ zu verstecken und bei guter gelegenheit, z.b. beim frühsport unbemerkt zu finden. es wurde mit honig, primasprit und sonstigem hochprozentigen über tage ein gesöff angesetzt, das dem met der römer in der farbe glich; irgendwas alkoholisch-stinkendes gelbliches. pünktlich zum dienstschluss an einem nebligen herbsttag begann das ritual der ausserdiensstellung der „alten“. das konnte nur funktionieren, weil es jahre vorher genau so ablief und wir, die „tagesäcke“ und „rotärsche“, es auch so machen würden…sollte wir dieses saufgelage überleben. so um die 17 anwesende hatten sich am frühen abend auf einem acht-mann-zimmer eingefunden. der trunk, der sinnigerweise bärenfang hiess, tat schnellstens seine wirkung. bis zur offiziellen nachtruhe, so gegen 22 uhr, lagen die „alten“, standesgemäß abgefüllt, in ihren betten. es war noch genug bärenfang übrig, den wir anderen…wachgebliebenen… bis mitternacht, zwecks spurenvernichtung, vollständig in uns versenkten. so gestärkt, kam irgendwer auf die idee, primaspritflaschen, wodkaflaschen und wehrmutflaschen am seilzug des fahnenmastes am apellplatz der kompanie zu entsorgen, d.h.. irgendwie anzuhängen…und vergass, schwatz-rot-gold mit ährenkranz wieder einzuklinken.

es war eine stockdunkle nieselregennacht. nach diesem spassigen frischluftaufenthalt fielen wir, wie erschossen, in irgendwelche betten. am morgen dann, das übliche: der ruf: antreten zur dienstausgabe- vergatterung. frühstück und frühsport liessen wir, zusammen mit den „alten“ tricksend ausfallen. aber …zu dieser vergatterung mussten wir halbwegs angezogen und irgendwie grade im halbdunklen oktobernebelregen punkt 7.30 uhr stehen. da alle bescheid wussten oder so taten als ob sie gar nichts wussten, ging auch das stehen knapp durch. dann die eislerhymne und das aufziehen der polternden, klimpernden flagge…die durch flaschen aller nationen ersetzt war. hand zum gruß an den mützenschirm. auf einmal: pures entsetzen: schnell noch der spruch vergatterung! plattenspieler aus, fahne… oder vielmehr flaschen runter.

was nun? wir, die vergatterten sahen im heller werdenden tag erbärmlich aus. keiner hatte eine vollständige uniform an. irgendwer hatte die stiefel versteckt. ich behalf mir mit turnschuhen. wir waren verraten und verkauft. überlegungen des kompaniechefs: wer sollte jetzt die nichtkreisenden radare anschmeissen und daten lesen…oder die kompanie aus dem diensthabenden system abmelden? ein kastrophenfall für die neupreussische nva. der erste teil der donnernden ansprache des chefs war in etwa so: sollten wir es trotz unseres katastrophalen zustandes noch schaffen, den dienst (wenigstens) anzufangen, will er sehen, dass wir um das militärgefängnis (in schwedt*) herumkommen. einige wollten ja auch noch studieren. er kenne die studienwünsche…aber alles was an internen strafmassnahmen in seiner macht liegt, das würden wir auch zu spüren bekommen. und so war es. monatelange ausgangs- und urlaubssperren, entzug einiger anderer kleiner kasernenfreuden für die deliquenten. nach weiteren sieben monaten war alles vorbei – entlassung (ohne suff und ohne beförderung).

* ein grosser teil der in schwedt einsitzenden „militärstraftäter“ sass wg. verstoss gegen die alkoholbestimmungen.

epilog:

richtig rumhängende fahnen spielen auch im roman „on the road“ von jack krerouac eine rolle:

zitiat (kapitel elf):

…auf diese art zog ich von für zu tür und bald war ich genauso besoffen wie alle anderen. bei tagesanbruch war’s meine pflicht, die amerikanische flagge an einem zwanzig-meter-mast zu hissen, und an diesem morgen hisste ich sie verkehrt herum, bevor ich nach hause ging und mich ins Bett legte. als ich am abend wiederkam, hockten die regulären cops mit grimmigen gesichtern im büro:

„…wusstest du nicht, dass du ins Gefängnis kommen kannst, wenn du die amerikanisches flagge verkehrt herum an einem staatlichen fahnmast aufziehst?“

schiffchen spielen (oktober 14)

historie beckenbau

historie beckenbau

bauabschnitt

bauabschnitt

so nannten wir es als kinder. ein stück, holz in einer pfütze, in einem eimer, an einem bach, an einem see. das unspektakuläre an den schiffchen zum spielen war die tragbarkeit. das muss wohl in den zwanziger jahren des vorigen jahrunderrts die idee des chefplaners vom schiffshebewerk in niederfinow gewesen sein: ein schiff in einem eimer…

tafel der besten

tafel der besten

IMGP4265

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baustelle neues shw

baustelle neues shw

betriebsbahn

einfahrten

IMGP4314

betriebsbahn

obere wasserstrasse

obere wasserstrasse

tragende Säulen

tragende Säulen

ausfahrt aus dem trog

ausfahrt aus dem trog