Archiv für den Monat Juni 2014

sachen gibt’s

wir saßen auf ‘ner bank an dem kleinen bootsliegeplatz; langsam schlenderte sie auf uns zu. ich sah sie kommen; ihre körperhaltung – ein leiser protest (‘watt macht’en ihr hier?’). ob wir denn nicht wüssten, dass das hier privatgelände vom verein sei, oder ob wir hier auch ‘nen bungalow hätten: sie hat sich ja vor 15 Jahren hier was gekooft; noch in d-mark. dann hat sie 15 jahre in ‘ner wurstfabrik im münsterländischen gearbeitet & viel gesehen; erst war sie am band, da haben sie viel gekichert, dann in der kantine essen ausgegeben; eine mahlzeit für vier euro. manche haben dreimal nachgefasst….für vier euro, dat müssta euch mal vorstellen (sie duzte uns inzwischen). ja und dann kam da eines tages dieser zweimeterkameramann vom orf in die kantine, steckte seinen riesenkopf zwischen die luke, ne…so’n riesen hatte sie noch nie gesehen…mit so’nem riesenhunger. hat ja dann auch uffjehört, ihr mann hat uff’n bau türen und fensta eingebaut. auch bei die polen & russen die sich überall mit ihren neuen häusern im münsterländischen breit jemacht haben; am anfang war’n se ja noch janz nett; aber nach ‘ne weile…na ja …nun isse ja wieder hier, am see, sonnenuntergang kieken. ihr mann müsste auch gleich kommen…ach, da isser ja. naja …wir werden das hier bald verkoofen und ziehen zu unserer tochter ins münsterländische, war ganz nett mit euch…kommt doch mal wieder vorbei.

steg

steg

 

 

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pessoas erkenntnis

den folgenden, etwas längeren gedanken halte ich für merkens- und teilenswert (aus „buch der unruhe“ f. pessoa), zitat:

dieser immergleiche satz…“das also nimmt man dann mit vom leben…“

nimmt man mit von wo? wohin? wozu? …was denkt er denn vom leben mitzunehmen und wie? wohin will er denn mit seinen schweinekoteletts, seinem rotwein und seiner kleinen zufallsbekanntschaft?

f. pessoa/ kapitel 150