mahagonikisten

standen da, zum packen, acht stueck. bisher ist es unbekannt woher der alte das holz organisert hatte. wichtiger war, es war da. mit seinem sohn packte er die kisten, vernagelte sie sorgsam, vertraute dem linkshaendischen jungen skeptisch hammer und meissel an und zeigte ihm, wie man die kiste zu oeffnen hat. der alte, sanitaetssoldat auf urlaub, hatte nicht nur das kistenholz besorgt, sondern auch die genehmigung zum verlassen der stadt. tage spaeter erhielt die stadet den fluchtschaedlichen rang einer festung. keiner kam mehr rein oder raus. die stadt hiess koenigsberg, es war oktober 1944. die front war 80 kilometer entfernt, der kanonendonner drommelte sich in die ohren aller bewohner.

ein kleiner trupp mit acht kinder und einer heulenden mutter besteigt einen zug, richtung erzgebirge und erreicht nach tagelangen wirrungen bernsbach. in den naechsten tagen geriert der alte, halbwegs zufrieden, in russische gefangenschaft. immerhin wusste er, wo seine familie war und das war viel zu dieser zeit. der alte realisierte, das sich die zeiten aendern und in seinem land die russen bleiben werden, nicht die amerikaner. das koennte passen, den weit hatte er, der buehnenarbeiter, es bisher nicht gebracht …und ein bruder, als kommunist, war auch keiner karriere foerderlich; aber jetzt koennte diese erinnerung vielleicht helfen.

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