Archiv für den Monat Januar 2014

gespür für schnee

oder generationengerechtigkeit.wer bis drei zaehlen kann, sieht, dass zwischen rente mit 67…oder der zaehlung von 45 arbeitsjahren kaum ein unterschied besteht. beide zeiträume sind geeignet, aus einem denkenden menschen ein arbeitswrack zu machen. deshalb wird die diskussion eine andere werden muessen, eine die anerkennt, dass immer weniger lust haben, in diese arbeitswelt, so wie sie sich derzeit darstellt, einzusteigen. es handelt sich nicht um aussteiger, sondern um nichteinsteiger.die haben auch kein ohr für rentenpolitik oder überhaupt politik. die haben einfach nur lust auf ein anderes leben, mit anderen werten; da ist dann auch platz für mehr gerechtigkeit zwischen den generationen…und für diese vision brauchen sie keinen arzt.

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befindlichkeiten

talkshow – der name sagt eigentlich alles. der zweite satz dazu: wer sich in gefahr begibt, kommt darin um. und manchmal, völlig überraschend, der talkmaster selbst. allein, mann gegen mann…oder gegen frau, ist noch die
schachspielersituation gegeben. wechselt man aber auf die skatspielerebene, also zwei gegen einen, kann es passieren, dass mann die ganze zeit vorn ist, aber dennoch keinen stich sieht. sowas passierte dieser tage im gebuehrenfinanzierten fernsehen: ein fescher tiroler wurde aufs glatteis geschickt, gestützt, von einem halbwissenden starjournalisten. angetreten, die schillernde wortfuehrerin einer kleinen oppositionspartei ihren programmentwurf auszureden, in einer talkshow.
wäre der willensstarken anne nicht passiert….

vermummte

haben hunderte hamburger polizisten krankenhausreif geschlagen. so in etwa die schlagzeilen dieser tage, im wahrsten sinne des wortes. und vornweg, gewalt war nie ein argument – egal von welcher seite. aber es geht um was anderes bei dieser berichterstattung; es geht um den hintergrund und der heisst gentrifizierung  – oder noch platter: ein milieu soll platt gemacht werden. das läuft in allen großen städten und ist einfach gesagt, die durchsetzung des rechts auf profit der vermieter, noch einfacher: purer kapitalismus. und irgendwie faellt mir stuttgart ein, s21… aber das ist eine andere geschichte…oder doch nicht¿

privatsphäre

…das grundrecht auf privatheit ist genau so wichtig, wie alle anderen nicht wahrnehmbaren grundrechte; das grundrecht auf arbeit zum beispiel. solltest du glückspilz arbeit haben, weisst du natürlich, dass du die klappe halten musst, sonst hast du bald keine arbeit mehr; egal ob du ein grundrecht auf meinungsfreiheit hast. bezahlt wirst du für die meinung deines chefs. sollte es aber ausnahmsweise mal eine rolle spielen, zu wissen, was du mit wem worüber gedacht hast, muss das ein schlapphut rauskriegen – ist ja sein job. es sei denn man will es gar nicht so genau wissen, dann laeuft die maschine rechts herum. dann geht alles durch denn reisswolf und den datenschredderer. meist bleibt noch irgendwo ein blatt liegen, weil der wolf schön satt war und der schredderer keinen bock mehr hatte… dann gibt’s hochnotpeinliche richterliche fragen die nur die erinnerungsluecke beantworten kann. das funktioniert bei ruestungsexporten genauso gut, wie bei arzeneitabellen für  krankenkassen. alles kein geheimnis, wer es wissen will, kommt dahinter. aber so genau wollen wir das alles gar nicht wissen; frohes neues & friede auf erden.

kohnstein

ist ein weisser kalkgebirgerest am südharz, fasst weggesprengt. von meinem gegenüberliegenden berg konnte ich den kleiner werdenden berg sehen. täglich hupten martinshörner – kurz danach eine gewaltige explosion, jahrelang – täglich, alltäglich. eine sprengung, die ich trotz ihrer sprengkraft überhörte. schon deswegen durften wir kinder da nicht hin….und ausserdem gab es verbrämte geschichten um diesen berg und seine stollen. keiner sagte was genaues, aber auf keine fall sollten wir kinder dahin. damit war das programm klar. eine der ersten fahrradtouren führte genau dorthin. zwischenzeitlich waren stolleneingänge mit brombeersträuchern zugewuchert und notdürftig versperrt. in der nähe lagen noch verrostete stahlhelme und gasmaskenbüchsen. vereinzelte gewehrmunition mit grünspan überzogen, störte beim barfusslaufen. eidechsen dösten auf dem warmen weißen stein in der sommersonne und warfen in der not schwänze ab, die wir gerade entdeckten.

es hört nicht auf

dieses historisieren:

maikäfer flieg, der vater ist im krieg – maikäfer flieg, mutter ist im bommerland – bommerland ist abgebrannt – maikäfer flieg./ kinderlied 1945

gesungen – und nichts dabei gedacht…jahre später, am kohnstein.