Archiv für den Monat Dezember 2013

orte an denen man schreibt

sind vertraute orte. viele schreiben in der bahn, im cafe – dort wo viele sind, sie nicht beachtet werden, sie ungestört sind. diesen  schreibern  bietet umgebungshektik die inspiration die andere in der badewanne oder auf capri finden. schreiber halten fest, zuerst für sich, dann wieder für sich – weil es sie drängt, egal wie verunglückt der satz später daliegt.

schreiber und publikum finden sich, wenn eine geschichte erzählt wird. einer guten geschichte haftet das besondere einer schlange an. sie läuft nicht gerade aus, sie windet sich durch den text verschwindet hintern einem felsen und kommt am anderen wieder vor. sie ist über dir, neben dir und wenn sie über der maßen gut ist – in dir.  so etwas schreibt der harmlose typ mit dem turnbeutel neben dir gerade auf.

 

 

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wider den eigenen werten

ein weihnachten abgefeiert. geschenke verteilt und bekommen, das zerknüllte packpapier zeugt noch von mehr oder weniger gelungenen verhüllungsversuchen. schales bier dümpelt in gläsern, in zimmerecken hängt noch kalter rauch. das ritual liegt unter bergen von geschirr, die verwandtschaft scheint wieder heil angekommen zu sein. nach der heiligen nacht, mit schwerem kopf den ersten kaffee – wie immer in doppelter mannschaftsstärke – anrühren; na bitte: geht doch. und  dann so nebenher der flüchtige blick auf’s smartphone: oh! da hat ja doch noch wer an dich gedacht, eine dm, ein stern, ein gruss aus aufregenden welten.

frische luft ins zimmer lassen; es riecht nach regen. rausgehen & sich klarspülen lassen…

das grosse los

fand er unter dem schweren gusseisernen abtreter seiner großeltern. die botschaft dazu: nimm mich & du wirst glücklich. er blickte sich um. aber ausser dem schweren abtreter sah er niemanden. also nahm er diesen abtreter, steckte ihn in den reiserucksack und tatsächlich, überall wo er hinkam, hatte er mitfühlende gespräche zu seiner besonderen last. es fuegte sich, dass er wegen seines besonderen besitzes von einer schönheit in eine noch schönere wohnung geladen wurde. sie hatte alles, aber nur einen sehr durchschnitlichen altersschwachen abtreter. sie schenkte ihm eine nacht, er ließ ihr den abtreter; das grosse los im doppelpack. er fuehlte sich unbeschwert, so abtreterlos, schwerelos…

die sache mit den märkten

die märkte werden es richten; vorerst die weihnachtsmärkte. gesucht: weihnachtsbaum. die beleuchtung ist eher spärlich, der preis hat sich dafür gewaschen. aber bisher haben wir das immer und unter allen umständen mit dem baum hinbekommen, so wird es auch diesmal klappen…müssen. ist der baum im auto, wird der platz eng. keiner will sich nadeln lassen. und säubern will das voll genadelte auto eh keiner. das steht dem zu, der tankt. tanke schön.SAM_1981

gendarmenmarkt, dezember 13

gendarmenmarkt, dezember 13

SAM_1990

zusammenbruch

…zusammenbruch, sagte die eine oma, als das kriegsende 1945 endlich kam, wende sagte die andere oma als 1989 die ulbrichtmauer fiel. revolutionen waren das nicht; aber veränderungen die lange die richtung des denkens vorgaben. oma1 sprach immer nur vom kornmarkt, wenn sie mich einkaufen schickte, nicht vom hindenburgplatz und nicht vom august-bebelplatz; jetzt nach der wende heisst der platz wieder kornmarkt und das alte baufällige haus von oma1 wurde platt gemacht, für einen supermarkt. aber es gab eine entschädigung; vorher musste allerdings die letzte goldmarkhypothek bedient werden, trotz oder besser gerade wg. der wende. andere moegliche erbschaften in kalingrad oder kleipeda von oma2 sind dank groefaz verloren. wuensche den neuen bewohnern, dass sie darin heimisch werden; eine tasse tee wuerde ich gern mit ihnen drinken.

den tagen namen geben

und solange man das nicht kann, eine nummer. heute wäre das die vier, übermorgen die fuenf und dann kommt ein name: nikolaus oder stiefel-…oder schuhputztag. der dezember hat dann noch silvester zu bieten…die verordnete erinnernete froehlichlichkeit. namen stärken das erinnern. frauen können das besser als maenner…und einparken können maenner auch nicht…und wenn dann nur auf frauenparkplaetzen in vollen innenstadtkaufhäusern, vor dem zweiten advent…an einem namenlosen dienstag.

namenloser dienstag