rote brause

es waren vielleicht drei, vier kilometer; genauso alt war ich auch an jahren. drei, vier kilometer laufen zum brauseladen des schwippschwagers, verwandte deren einordnung im stammbaum ich nicht genau kannte. aber sie hatten diese rote brause – und über mich dachten sie vermutlich das gleiche: da kommt wieder dieser bengel, von der schwester, deren tante…
nun, mir ging es um ein glas rote brause, das wohlschmeckenste getränk meines welthorizonts. aber gläserweise, wurde erst später eingeführt – als der laden brummte. wahrscheinlich hatte ich sie auf die geschäftsidee gebracht. das umständlich eingegossene glas kostete zehn pfennig, wenn der schwippschwager zu meiner identifizierung nicht im laden war. hatte ich diesen groschen nicht, wurde angeschrieben – für einen vierjährigen.
so kam es, dass ich mich für pfandflaschen interessierte. die kästen mit den pfandflaschen standen im flur zum laden, manchmal stand eine leere auf der treppe. eine leere flasche ergab den gegenwert eines vollen glases. mehr brauchte ein glück zu der zeit nicht. der rückweg erfolgte in brausegedopter roter stimmung.
der geschmack hielt wochenlang vor. als ich ihn nicht mehr erinnern konnte, machte ich mich auf den weg
zum brauseladen.

(insp. by @einsilbig/twitter)

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