penne(r)

weiss der geyer woher sie sich kannten; eine neue klasse und doch alte verbindungen. da waren die zwei von der „echten“ penne der harzstadt denen man beibog, daß es gut wäre, für das abi ein jahr mehr zeit zu haben und taschengeld, also ausbildungsvergütung, dazu. dann der ewige zweite von der sportschule, der bei den paar mädchen der klasse unangefochten erster war. einige kannten sich von den bus- und bahnlinien, andere vom internat. unterrichtsbeginn 6.40 uhr, eigentlich 6.30 uhr. weil, da war die bahnschranke, die 6.30 für eine viertelstunde schloss und die – wollte man nicht gleich am anfang probleme haben – pünktlich zu passieren war. die zwei von der „echten“ penne wohnten an meiner wegstrecke. eine woche später trafen wir uns jeden morgen punkt sechs vor meiner haustür. unterrichtsbeginn 6.40 uhr, ende 15 oder 16 uhr – mal kürzer, mal länger.
im anschluss irgendwas, was spass macht. bei mir also musik; musik in allen formen an allen orten.

musik hören mit den alten kumpels im neubaumietshaus… und den neuen freunden der berufsschule, musikmachen in der musikschulklasse, tanzmusik in der betriebscombo (band sagte man zu der zeit nicht, jedenfalls nicht, wenn der betrieb gitarren, verstärker und schlagzeug finazierte), kirchenmusik mit dem organisten, der auch in der combo aushalf, eigene solosachen, singeclub, disco, und…und…alles was klingt, swingt, jazzt, rockt und poppt. die barreegriffe und septimenakkorde klapptern automatisch, die hornhaut an den fingerkuppen war plektrumstark.

was fehlte waren hausaufgaben. die waren von denen im internat – unter manchmal fachkundiger anleitung sogenannter erzieher – bereits erledigt. anfangs schrieb ich im internat die technikaufgaben vom primus ab. ein anderer besass ein juwel, ein tonband (tesla b100); premiere für meine ohren: pink floyd – in stereo…um 22.00 uhr hatte ich aus dem internat unmissverständlich zu verschwinden (die städtischen liebhaber der paar internatsmädchen ebenfalls). an den restlichen hausaufgaben versuchte ich mich irgendwie bis kurz vor mitternacht – ohne musik (mutter schlief, mich bewachend, auf der couch). um fünf, wecker klingeln (ihr kennt das). das ganze drei jahre lang, mit abitur und einer wegkommchance am ende.

wir waren jung und brauchten den spass.

p.s. wegen der, zu dieser zeit längeren haare, war penner für mich keine ungewöhnliche anrede. „echte“ penner gab es in dieser stadt noch nicht.

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s