Archiv für den Monat Oktober 2011

aufnahmelager

ich glaube, es hiess aufnahmelager; vielleicht auch notaufnahmelager. eventuell war noch ein z davor; also: zentrales notaufnahmelager. die häuser dieses lagers hießen, in weiser voraussicht, thueringen oder sachsen, brandenburg usw.. pro familie gab es ein zimmer. man war also bestrebt, da so schnell wie möglich raus zu kommen. dennoch hatte sich einige auf unbestimmte dauer am jeweiligen gangende der langen kasernenflure eingerichtet; es war oktober 89.
nach den prager botschaftsflüchtlingen zog ruhe in das lager. es war auf so langen bleiben ausgelegt, wie man nicht weiter kam. die meisten kamen schnell weiter, am schnellsten die handwerker. da ich mal projektierte, also immerhin technische zeichnungen lesen konnte, machte ich mir hoffnungen, in hessen was zu finden.
zwischenzeitlich hatten wir mit drei, vier gleichgesinnten freundschaft geschlossen und verabredeten uns, in 10 jahren an gleicher stelle – am lagereingang – zu treffen. jeder sollte erzaehlen, wie es in der neuen zukunft weiter ging. schon ein jahr spaeter gab es das lager so nicht mehr… und das land der flüchtigen auch nicht.

wir haben uns nie wieder gesehen.

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oktobersommer

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die leute sind verwirrt ob des sommernachschlags. anfang oktober, 27 grad, fallendes laub & badende kinder. dazu kommt eine fruehe dunkelheit und rasch fallende temperaturen. der durst schlaegt von bier in richtung tee (mit rum) um.